Die Redskins Cheerleader schreiben

Vereinsgeschichte

by Matthias Steck

2018 wird uns allen als eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte unserer Cheerleader in Erinnerung bleiben. Wir sprachen mit Abteilungsleiterin Miriam Melina Beyerle über die Entstehung dieser großen Momente, welche Ziele die Cheers für die Zukunft daraus abgeleitet haben und über ein paar sehr emotionale Momente.

Hallo Miri, was waren denn die wichtigsten Highlights für die Cheers in diesem Jahr?

Das erste fand schon am 24. Februar in Hanau statt. An diesem Tag richteten die Hornets neben der Rheinland-Pfälzischen und der Saarländischen auch die Hessische Cheerleader Meisterschaft aus. Unsere Sportler, gerade die jüngsten, waren sehr aufgeregt und freuten sich auf die erste Meisterschaft der Saison, für die sie so hart trainiert hatten. Und das machte sich bezahlt.

In vier Kategorien holten unsere Cheerleader den Titel und in einer weiteren Kategorie die Vizemeisterschaft. Damit qualifizierten sie sich in allen fünf angetretenen Kategorien für die Deutsche Meisterschaft und schrieben somit Vereinsgeschichte.

Red Arrows auf der hessischen Meisterschaft

Zum ersten Mal fuhren also alle unsere Cheerleader-Gruppen gemeinsam im Mai zur Deutschen Cheerleader Meisterschaft nach Dresden. Sie kämpften hart und konnten sich auch hier unter Beweis stellen, denn nach Hause brachten sie gute Platzierungen im Mittelfeld:

Einen 12. Platz, einen 7. Platz, zwei 6. Plätze und als besonderes Highlight erzielten Kim und Jens in der Kategorie „Partnerstunt“ den 3. Platz und qualifizierten sich somit für die European Cheerleading Championship.

Diese steht natürlich als weiteres Highlight auf der Liste der Cheerleader:

Am 30. Juni und 01. Juli fand die diesjährige ECC in Den Bosch, Holland statt. Kim und Jens waren für die Redskins dabei und holten die Bronzemedaille für uns alle nach Bürstadt.

Ein Highlight für unsere Sportler sind aber auch immer die Spiele unserer Jungs, den Redskins, egal in welcher Altersklasse. Die Peewees, unsere T-Pee`s, freuen sich auf ihre Halbzeitshow während der Spiele bei den Großen oder auch auf die Sideline, wenn die U13 spielt.

Unsere Tomahawks supporten die Seniors und sind nicht nur an den Heimspielen anwesend, sondern fahren manchmal auch mit zu den Auswärtsspielen. Gerade unsere Jugend ist besonders gerne bei den Spielen und feuert IHRE Jungs an.

Besonders schön ist immer die Traditionsreiche „Rosenzeremonie“ während der, die Juniors, den Mädchen als kleine Aufmerksamkeit ein Röschen überreichen.

Wie schafft man das, über alle Altersklassen hinweg dauerhaft derart erfolgreich zu sein?

Derartiger Erfolg erlangt man durch hartes, strenges, konsequentes Training.

 

Ein Team muss sich vertrauen können. Wir werfen Menschen ohne jeglichen Schutz in die Luft und sind darauf angewiesen, dass uns die darunter wieder auffangen. Dieses Vertrauen baut man nur durch regelmäßiges und gemeinsames trainieren auf.

Ohne Vertrauen funktioniert im Cheerleading gar nichts. Denn Cheerleader fangen da an, wo es den meisten zu gefährlich wird. Wir lassen vieles was hart ist – und auch oft weh tut – einfach aussehen.

Welche Ziele verfolgen die Cheers für das Jahr 2019 und wie könnt ihr sie erreichen?

Wie immer. Hart trainieren, besser werden und allen zeigen, was wir können.

PeeWees geben Vollgas

Wir hoffen natürlich uns bei der hessischen Meisterschaft im März wieder mit all unseren Sportlern für die DCM 2019 in Koblenz zu qualifizieren. Angefangen dafür zu trainieren wird bereits Anfang Oktober.

Betrachtet man nun den Zeitraum von Oktober bis zur European Cheerleading Championship befinden wir uns im Juli. Macht insgesamt 10 Monate hartes Training und Meisterschaftsvorbereitung.

Und wenn unsere Jungs Football spielen, dann findet man uns an der Sideline der Redskins. Dies muss auch über mehrere Wochen hinweg vorbereitet werden.

Als Cheerleader bist du also niemals wirklich „Off Season“?

Richtig. Denn wenn unsere Hauptsaison vorbei ist, ist die Football Saison, welche natürlich auch in unsere eigentliche Wettkampfsaison hineinragt.

Cheerleading findet also nicht nur zwei Mal im Jahr an der Hessischen und an der Deutschen Meisterschaft statt, sondern das gesamte Jahr über in Form von Vorbereitung. Sei es für unsere Wettkämpfe oder für die Sideline oder Halbzeitshows.

Die längste Trainingspause, die ich selbst als Sportler erlebt habe, ging maximal eine Woche. Wir trainieren durchgängig und immer auf etwas hin.

Würdet Ihr Euch während der Saison denn mehr Wettbewerbe wünschen, um euer Können unter Beweis zu stellen?

Darüber haben wir letzten Winter gesprochen und die Resonanz war klar und deutlich: Nein.

Wie man aus meiner Antwort davor schon hört, stehen wir unter Dauerbelastung. Weitere Meisterschaften würde noch mehr Stress bedeuten. Außerdem handelt es sich bei unseren Teams nicht um reine Meisterschaftsteams, die ausschließlich auf diese hin trainieren. Wir selbst betrachten uns als Hobbyteams.

Wir haben ja auch unsere Footballer. Durch diese Verpflichtung wollen wir an keiner weiteren Meisterschaft teilnehmen. Selbst wenn es diese Möglichkeit durch Freie Meisterschaften und die Aufnahme des CCVD in den DOSB durchaus gäbe.

Wer kreiert eigentlich diese faszinierenden Choreographien, mit denen ihr euere Zuschauer immer wieder in Erstaunen versetzt?

Diese Routins, wie sie eigentlich genannt werden, entspringen aus den Federn der Coaches jedes Teams mit Unterstützung der Coaches der anderen Teams.

Anm: Die Coaches sind für die PeeWees: Lisa Migenda und Marie Ohl, für die Juniors: Jannicke Schmidt, Tatjana Adler und Miriam Beyerle, für die Seniors: Nicole Rösener und Daniel Geideck

Man muss die unterschiedlichen Pflichtelemente beachten, darunter auch unterscheiden, was ein Teampflichtelement ist, also was von jedem aus dem Team gezeigt werden muss, oder ein Pflichtelement ist, das nicht von jedem gezeigt werden muss, es aber mindestens einmal in der Routin zu sein hat.

Tomahawks in Aktion

Wenn man sich im groben darüber klar ist, was man machen möchte, fängt das Puzzeln erst richtig an. Wer steht wann wo? Wo muss er als nächstes hin? Passt das? Oder muss ich das noch mal über den Haufen werfen? Muss ich die Anordnung komplett neu machen? Stimmt das Gesamtbild?

Auch muss man wissen, wo die Stärken eines jeden einzelnen Sportlers liegen. Kann der Sportler gut tanzen? Oder hat er schöne Motions? Ist er vielleicht mein bester Springer? Handelt es sich um einen Flyer, eine Base oder einen Back?

Und wenn man bei der Planung irgendwann denkt: „Ja, ich bin fertig!“ ist man noch lange nicht fertig. Denn ob es wirklich funktioniert, was du da aufs Blatt in Hieroglyphen geschrieben hast, die nur du wirklich verstehen kannst, siehst du erst, wenn deine Sportler es ausprobieren.

Dann stellst du fest: Die Laufwege funktionieren nicht. Der eine läuft in den anderen, es gibt ein Kuddelmuddel. Der eine schafft es nicht rechtzeitig dort oder hier hin. Und dann kannst du wieder Anfangen umzustellen.

Du schreibst Tänze und Aufstellungen, Positionskarten und Stunt-Zusammensetzungen. Die Coaches arbeiten hier Hand in Hand. Wir holen uns Tipps und Ratschläge voneinander. Ab und zu sagt man auch schon mal: Kannst du mal drüber schauen und mir sagen, was du besser fändest? Weil wir Coaches denselben Wahnsinn teilen.

Auch in diesem Jahr habt ihr bei den Heimspielen der Redskins die Zuschauer begeistert und unsere Footballer gepusht. Wird das auch weiterhin so bleiben?

Ja wird es. Wie schon erwähnt, freut sich gerade unsere Jugend besonders über die Spiele der Jungs.

Wir lieben es, die Redskins bei ihren Spielen zu unterstützen. Und ebenso lieben wir es, wenn sie bei der Hessischen Meisterschaft da sind und uns anfeuern.

Miriam Melina Beyerle

Sie nehmen ihre Trommel mit und singen laut vor jedem unserer Auftritte ganz traditionsreich den Seminoles War Chant. Wir stehen in diesem Moment hinter dem Vorhang, am „Point of No Return“ und hören es. Es verleiht uns Mut und Zuversicht. In all dem Chaos und der Aufregung vor unserem Auftritt auf der Meisterschaft. Vor diesen 2 ½ Minuten, für die wir fast ein halbes Jahr trainiert haben, ist der Seminoles War Chant wie ein Fels in der Brandung, der uns Halt gibt. Wie ein Licht in der Nacht, dass uns aus der Dunkelheit führt.

Ich persönlich brauche ihn, um mich zu entspannen. Aber nicht irgendeine CD, die abgespielt wird, ich brauche meine Jungs. Das Wissen, dass sie auf der anderen Seite des Vorhangs alle auf uns warten, egal wie alt oder jung sie auch sind. Sie singen voller Inbrunst nur für uns. Sie fiebern uns entgegen und jubeln bei all unseren Hits. Sie unterstützen uns, auch wenn etwas dropt.

Auch durch sie sind wir innerhalb Hessens so bekannt. Nicht nur wegen unserer eigenen Verdienste. Wir sind der einzige Verein, bei dem nicht nur die Cheerleader selbst auf die Matte gerufen werden, sondern auch die Footballer. Und das wollen wir niemals missen.

Da die kommende Deutsche Meisterschaft in Koblenz stattfinden soll, würden wir uns darüber freuen, nicht nur in Hessen für unseren Verein, für unseren Sinn für Familie bekannt zu sein. Wir wollen ganz Deutschland zeigen, was Familie bei den Redskins bedeutet. Wir würden uns alle freuen, wenn wir auf der Deutschen Meisterschaft stehen würden, hinter dem Vorhang, und unser Licht in der Nacht wäre auf der anderen Seite, auf der Zuschauertribüne, und wir hören die Trommel und die Stimmen unserer Jungs.

Wir haben uns im Anschluss noch ein wenig länger mit Miri unterhalten. Und sie hat uns erlaubt, es euch zu sagen: Unsere Miri befindet sich in freudiger Erwartung. Im Frühjahr soll es so weit sein. Natürlich haben wir sie gefragt, wie es für sie denn bei den Redskins so ganz persönlich in Zukunft sein wird.

Und wir haben uns gefreut zu hören, dass sie sich als Trainerin weiterhin engagieren will und sich auch für die Redskins-Family insgesamt einsetzen wird. Ihre „neue“ Rolle im Verein will sie im Laufe des nächsten Jahres erkunden. Doch zuvor gibt es eine weitere neue und die wahrscheinlich wichtigste Rolle der Welt für sie zu entdecken. Dabei wünschen wir ihr viel Freude und alles erdenklich Gute.

Liebe Miri. Heute gibt es nur eine einzige Rose. Und die gehört dir. Hab vielen Dank, pass gut auf dich und deine/n kleine/n Redskin auf und bleib noch gaaaaanz lange bei uns.